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	<title>martinwaiss.at &#187; Web Marketing</title>
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	<description>Martin Waiss on Web-Innovations and Trends, Social Media, Semantic and Mobile Web from Vienna Austria</description>
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		<title>Wie Zynga mit Aristoteles, Maslow &amp; MLM Geld verdient</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 14:13:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Waiss</dc:creator>
				<category><![CDATA[Facebook]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer Facebook kennt, kennt mit absoluter Sicherheit auch Mafia-Wars, FarmVille, Café-World, Happy-Aquarium oder Pet-Society. Facebook's Netzwerkprinzip ermöglicht lawinenartige Verbreitung jeglicher Inhalte in kürzester Zeit. Wenige Klicks genügen, um an den ganzen Freundeskreis Einladungen zu dem einen oder anderen Zweck zu verschicken und das Annehmen dieser Einladungen verlangt einem noch wenigere Klicks ab. Das Prinzip ist genauso einfach wie genial. Und vor allem zeitgemäß. 

<img src="http://martinwaiss.at/wp-content/uploads/2010/01/martinwaiss-artikel-img-main-fb-und-zynga-15jan2010.png" alt="martinwaiss.at &#124; Wie Zynga mit Aristoteles, Maslow &#38; MLM Geld verdient" title="martinwaiss.at &#124; Wie Zynga mit Aristoteles, Maslow &#38; MLM Geld verdient" width="688" height="299" class="alignnone size-full wp-image-231" />

Liegt der Erfolg von Facebook-basierten Angeboten wirklich nur in der Masse und der weltweiten Verbreitung? Ist das soziale Netzwerkeffekt allein das Grundprinzip eines erfolgreichen Produktes? Kann es sein, dass Zynga etwas besser umgesetzt hat, als alle anderen Produktverkäufer? In diesem Artikel versuche ich zu erklären, woran Zyngas Erfolg wirklich basiert...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Facebook kennt, kennt mit absoluter Sicherheit auch Mafia-Wars, FarmVille, Café-World, Happy-Aquarium oder Pet-Society. Facebook&#8217;s Netzwerkprinzip ermöglicht lawinenartige Verbreitung jeglicher Inhalte in kürzester Zeit. Wenige Klicks genügen, um an den ganzen Freundeskreis Einladungen zu dem einen oder anderen Zweck zu verschicken und das Annehmen dieser Einladungen verlangt einem noch wenigere Klicks ab.</p>
<p>Das Prinzip ist genauso einfach wie genial. Und vor allem zeitgemäß.</p>
<p><img src="http://martinwaiss.at/wp-content/uploads/2010/01/martinwaiss-artikel-img-main-fb-und-zynga-15jan2010.png" alt="martinwaiss.at | Wie Zynga mit Aristoteles, Maslow &amp; MLM Geld verdient" title="martinwaiss.at | Wie Zynga mit Aristoteles, Maslow &amp; MLM Geld verdient" width="688" height="299" class="alignnone size-full wp-image-231" /></p>
<h2>Von maslowscher Zynga-Pyramide &#038; goldenen Netzwerkeffekten.</h2>
<p>Selbstverständlich ist Zynga&#8217;s Erfolg nicht unbemerkt geblieben und viele haben bereits versucht herauszufinden, <strong>was für ein Geschäftsmodell es denn ist, mit dem man mit &#8216;Gratis Online Flashgames&#8217; überhaupt Geld verdienen kann</strong>. Die meisten beobachten dabei aber viel mehr die Folgeeffekte als die Gründe dafür. Zyngas Siegeszug liege an dem Netzwerkeffekt der offenen sozialen Medien und deren massenhafter Verbreitung.</p>
<blockquote><p><span style="color: #444">&#8220;Die Antwort liegt offensichtlich im Netzwerk-Effekt, der sich mit facebook &#038; Co erzielen lässt. Über diese Social Networks lässt sich mittels viraler Verbreitung sehr rasch ein entsprechendes Marktvolumen für virtuelle Informationsgüter wie Spielen und Spielezubehör erreichen. Facebook verdient in dieser Partnerschaft sehr gut an der Bewerbung dieses kostenlosen Spiels und Zynga selbst daran, dass es den Spielern virtuelles Spielezubehör verkauft&#8230;&#8221; </span>
<div style="text-align: right"><a href="http://mexxmedia.posterous.com/wer-sind-mark-pincus-und-zynga-und-warum-sind" title="mexx.media: Wer sind Mark Pincus und Zynga und warum sind sie so erfolgreich">Mehr zu Zyngas Erfolg bei mexx.media >></a></div>
</blockquote>
<p>Ähnlich wie mexx.media, suchen die meisten die Erfolghintergründe von <a href="http://zynga.com" title="Zynga: Connecting the world through games"><strong>Zynga</strong></a>, <a href="http://playfish.com" title="Playfish: Social Gaming all over the world"><strong>Playfish</strong></a> &#038; co. im Netzwerken selbst &#8211; es sei die virale Natur von <a href="http://martinwaiss.at/category/facebook" title="Kategorie: Facebook - Alle Beiträge dieser Kategorie">Facebook</a>&#8217;s Netzwerkeffekt. Die 220 Millionen aktiver User sei die ganze Basis dessen.</p>
<p>Das ist im Prinzip korrekt.</p>
<p>Das <strong>Netzwerkeffekt selbst ist aber nicht der primäre Erfolgsgrund von Zynga, Playfish</strong> &#038; co. An dem genannten Netzwerkeffekt allein kann es nicht liegen. Wäre der Erfolg eines Produktes lediglich durch die Masse bedingt, müsste sich demzufolge jedes Angebot (inklusive Spam, Scam, usw.) genauso gut durchsetzen können, weil ja diese Angebote genauso auf Facebook und auch in allen anderen Social Networks groß beworben werden. Würde das stimmen, wäre das das Ende des jeglichen sozialen Netzwerkens bedeuten.</p>
<h2>Was macht also Zynga anders als die restlichen Produktverkäufer?</h2>
<ol>
<li><strong>Zynga verkauft gar Nichts.</strong> Zynga bietet gratis Frezeitbeschäftigung in Form von online Browsergames an. Es sind keine Zwänge, keine Verpflichtungen und keine Abos dabei. Es ist ein freies, jedem zugängliches Angebot. Dadurch bekommen sie bereits den Fuß in Kundens Tür, ohne überhaupt drücken zu müssen. Die Kunden holen sich nämlich das Produkt selbst nach Hause.</li>
<li><strong>Zynga verlangt zu keinem Zeitpunkt Geld dafür.</strong> Man kann jedes dieser Angebote frei in Anspruch nehmen und lebenslang kostenlos nutzen. Das ist das Hauptflair diesen Produkts.</li>
<li><strong>Zynga führt den Kunden ungezwungen in die eigene Produktwelt ein</strong>, lässt ihn sich einzugewöhnen und beginnt ihn ganz langsam zu stimulieren, diese Welt zu mögen. Es gibt gratis Geschenke, besondere Gegenstände, außerordentliche Upgrades. Dem Kunden wird alle Zeit der Welt gelassen.</li>
<li><strong>Zynga motiviert eigene Kunden zur freudigen Interaktion und Wettbewerb mit dieser Welt.</strong> In dieser Welt gelten die gleichen Regeln wie auch sonst auf diesem Planeten: Alles braucht seine Zeit, ohne Mühe kein Preis und nur der Beste gewinnt. Wir alle kennen diese Regeln und wissen damit umzugehen, da wir sie täglich so oder so befolgen müssen.</li>
<li><strong>Zyngas digitale Welt bietet aber einfache und sofort verfügbare Abkürzungen</strong>, die schnell, geradlinig und mühelos zum Ziel führen. Das ist der Hauptunterschied zu unserer Alltagswelt und das ist auch das eigentliche Produkt. In dem Augenblick, wo dem Kunden klargemacht wird, dass er seine gewohnten Probleme jetzt sofort und leistbar lösen kann, kann man von ihm dafür verlangen, was man nur will.</li>
<li><strong>Zynga hat alle Lösungen für jedes dieser Probleme auf einen Klick bereitstehen.</strong> In jedem dieser Spiele wird etwas gebaut, vorangetrieben, verwaltet, produziert, erwirtschaftet. Diese Aktivitäten sind von verschiedenen Faktoren abhängig, es dauert eine Zeitlang bis es fertig ist, man muss bestimmte Auflagen erfüllen (Freundesanzahl, Bargeldmenge, Gegenstandlevel, usw.) und man kommt nur Schritt für Schritt voran. Da kommt unsere menschliche Natur ins Spiel, die uns immer dazu verführen wird, nach schnelleren, performanteren oder einfacheren (Aus)Wegen zu suchen und genau das ist die Basis des finanziellen Erfolgs und das eigentliche Geschäftsmodell.</li>
</ol>
<h2>Zwei Grundprinzipien von (nicht nur) Zyngas Erfolg</h2>
<ol>
<li>Jeder Mensch ist von Natur aus ein soziales, kommunikatives und selbstrepräsentatives Wesen. Gemeinschaftliche Interaktion gehört zu den wichtigsten Voraussetzugen für menschliches Glück. Das ist das Prinzip, warum Facebook so gut gedeiht und die Basis des allgemeinen Netzwerkeffekts. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aristoteles" title="Wikipedia: Aristoteles">mehr zu Aristoteles >></a>)</li>
<li>Jeder Mensch hat seine natürliche angeborene und unbestreitbare Alltagsbedürfnisse. Von elementaren Existenzbedürfnissen wie Nahrung, Schlaf, Familie, Sicherheit, über soziale Bedürfnisse wie Liebe, Kommunikation, oder Anerkennung, bis zu Individualbedürfnissen wie Selbstverwirklichung oder Perfektion. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_Maslow" title="Wikipedia: Maslow und seine Bedürfnisspyramide">mehr zu Maslow >></a>)</li>
</ol>
<h2>Was die Marketingwelt von Zynga lernen kann.</h2>
<p>In Zyngas Welt gibt es die gleichen Befürnisse und Herausforderungen wie auch sonst im unseren Alltag, mit dem einen wesentlichen Unterschied, dass es in dieser Welt für wirklich jede Situation eine einfachere, schönere, schnellere oder performantere Lösung gibt.</p>
<ul>
<li>Hat man keine Lust abzuwarten, bis die Zeit zur Fertigstellung eines Gegenstandes oder einer Aktion vergeht, kann man sich die Fertigstellung gleich mit einem Klick erkaufen. Wenn man will.</li>
<li>Hat man keine Lust Schritt für Schritt aufzubauen und schön langsam voranzukommen, kann man sich diesen Upgrade sofort mit einem Klick kaufen. Wenn man will.</li>
<li>Will man in die Bestlisten vordringen um die Freunde und Mitspieler zu überholen und beeindrucken ohne darauf mühevoll hinarbeiten zu müssen, kann man sich diese Position augenblicklich mit einem Klick erwerben. Wenn man will.</li>
</ul>
<p>Wenn man sich&#8217;s jetzt nochmals anschaut, <strong>welche Anwendungsfälle hinter dieser Strategie stecken</strong>, kommt bei mir ganz deutlich heraus, dass uns Zynga in Wirklichkeit die Erfüllung unserer natürlichsten und unausweichlichen Alltagsbedürfnisse verkauft. Bei Zynga kann man sich nämlich Zeit, Freude, Erfolg, Talent, Prestige, Respekt oder Anerkennung kaufen. Gleich hier und jetzt. <strong>Das Geschäftsmodell in diesem Fall sind unsere alltäglichsten Bedürfnisse</strong>, die wir uns selbst holen wollen, ohne dass man uns diese nachtragen muss.</p>
<h2>Zynga demonstriert erfolgreich, dass Geld nicht die einzige Währung ist.</h2>
<p>Es gibt unzählige Methoden den Kunden zur Kassa zu bitten ohne ihm gleich direkt die Geldscheine aus der Tasche zu ziehen. Kontozugriff, persönliche Daten, Freundesdaten, Netwerkaktionen, Gewinnspielteilnahmen, Produkttest, etc. etc. etc. lassen sich zu barem Geld ummünzen, ohne dabei dem Kunden klarzumachen, dass es ihn doch etwas kostet.</p>
<p>An sich ist dieses Prinzip nicht so neu.</p>
<p><strong>Browsergames</strong> (Travian, Wurzelimperium, usw.) bedienen sich dessen schon länger. Es gibt immer eine gratis Version mit allen Features und dann eine Bezahlversion in der man Vorteile erwerben kann, die man sonst nur mühsam über langen Weg erreichen könnte. Darauf basieren dann wieder weitere Dienste, bei denen man für das eine oder andere (Zynga)Spiel exklusive Tipps &#038; Tricks, Anleitungen, Upgrades, Gegenstandsets, usw. gibt, die man großteils schon durch das &#8220;Fan werden&#8221; der einen oder anderen Applikation (gegen den Kontozugriff) erwerben kann.</p>
<h2>Hier kommt ein weiteres wichtiges Prinzip ins Spiel, das Multi-Level-Marketing.</h2>
<p>Das Prinzip von MultiLevelMarketing ist die konstante (möglichst einfache) Rekrutierung neuer Mitglieder und genau dessen bedient sich die <strong>Social Industrie</strong>. Um erfolgreich weiterzukommen, was jeder von uns auch verfolgt, muss man immer wieder neue &#8216;Freunde / Mitspieler / Mitbestreiter&#8217; rekrutieren und selbst für das virale Marketingeffekt des jeweiligen Spieles sorgen. Durch die Teilnahme in verschiedenen assoziierten Fangruppen wird das Netzwerkeffekt nochmals verstärkt. Und was gibt es denn einfacheres als ein Klick auf ein Button. (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Multi_Level_Marketing" title="Wikipedia: Multi Level Marketing alias Netzwerk Marketing">mehr zu MLM >></a>)</p>
<p><strong>Das sind die Grundprinzipien, mit denen Zynga, Playfish &#038; co. viel Geld verdienen</strong>, und nicht nur das Netzwerkeffekt selbst.</p>
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